Andreas Springer Fotograf Berlin

Andreas Springer wurde 1943 in Meißen in Sachsen geboren, wo er auch aufwuchs. Schon im frühen Alter von 15 Jahren entwickelte er sein Talent zum Design und nahm an Zeichenkursen bei der berühmten Porzellanmanufaktur Meißen teil.

1958 zog er mit seinen Eltern nach Dreilinden. Im Jahre 1964 verließ er die DDR, indem er durch einen Tunnel unter der Mauer aus der DDR flüchtete. Er zog jetzt nach West-Berlin, um Grafikdesign und Fotografie zu studieren. Von 1966-1971 studierte er an der Hochschule der Künste Berlin und absolvierte sein Studium als staatlich geprüfter Grafikdesigner in den Fächern Grafik, Fotografie, Werbung und Drucktechnik.

Er praktizierte seine Fähigkeiten und Talente bei der Arbeit in West-Berliner Werbeagenturen. Seit 1973 ist er als freier Grafikdesigner und Fotograf selbstständig tätig.

In den 60er und 70er Jahren unternahm Andreas mehrere Fotoreisen, u.a. in die USA, Südost-Asien, Marokko, Island, Indien und Venedig.

Seine Fotografien und Pastell-Bilder wurden auf mehreren Kunstausstellungen präsentiert:

  • 1983-1995 Freie Berliner Kunstausstellung in Berlin
  • 1994-1996 Kunsttage Berlin-Steglitz
  • 2003, 2004, 2005, 2008, 2009 Kunstmeile Berlin-Zehlendorf
  • Galerie Pilango Berlin-Tiergarten
  • 2009 Maueröffnung Berlin-Kleinmachnow, Rathaus Kleinmachnow
  • 2009 Atelier A+C Klein Berlin-Reinickendorf
  • 2016 Brücken in Kleinmachnow, Rathaus Kleinmachnow
Deutscher Journalisten Verband

Andreas Springer hat sich auf die Fotografie von Tennisspielern für den Tennis-Verband Berlin-Brandenburg spezialisiert. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten Verband in Berlin.

Tannengrund 10 von Linde Bj. 1930
Grenzgebiet DDR 1984

1958 zog Andreas Springer mit seinen Eltern von Meißen nach Dreilinden. Schon vom ersten Lebensjahr an war er oft bei seinen Großeltern in Dreilinden zu Gast und nutzte später die Gegend mit seinen Brüdern als Abenteuer-Spielplatz. Er beobachtete den Wiederaufbau der Kontrollpunkt-Brücke, sprang von der Friedhofsbahn-Brücke mit seinen Brüdern in den Teltowkanal. Abends gingen sie dann am Kurfürstendamm ins Kino. Sie kannten damals noch keine Grenzen.

Dreilinden, ein Ortsteil von Kleinmachnow, war von vier Hauptverkehrsstraßen eingegrenzt: die Erste Preußische Eisenbahn, der Teltowkanal, die Friedhofsbahn und die Reichsautobahn, heute die BAB 115. Um diese Trassen zu queren gab es natürlich einige Straßen und Brücken, die er alle kannte. Dreilinden wurde nach dem Mauerbau 1961 Sperrgebiet.

1964 flüchtete Andreas nach West-Berlin, um Grafikdesign & Fotografie zu studieren. Die Welt war im kalten Krieg fest gefügt, die Zeit blieb für ihn stehen und er war in einer anderen Welt. Als aber nach dem 9. November 1989 die Grenzen zwischen Ost und West geöffnet wurden, schlich er sich durch den Streckmetallzaun an der Königswegbrücke auf die alte Autobahn und kam in die alte Heimat.

Nach 25 Jahren wieder in Dreilinden, das war ein Abenteuer, ein paar Fotos wurden geschossen und dann schnell wieder zurück nach Berlin. Jetzt galt es für Andreas, die Reste der Grenzbefestigungen zu fotografieren, bevor alles abgebaut wurde. Was jahrelang Angst und Schrecken bis in die Träume verbreitet hatte, machte ihm jetzt Freude. Wichtige Bilddokumente mussten gesichert werden. Als er erfuhr, dass 1997 drei Brücken gesprengt werden sollten, wusste er, dass er dies festhalten musste und hat danach alle anderen Brücken in Dreilinden und Kleinmachnow im Bild festgehalten.

Die Ausstellung seiner Fotos Brücken in Kleinmachnow des Heimatvereins Kleinmachnow e.V. fand vom 26.05.2016 bis zum 28.06.2016 im Rathaus Kleinmachnow statt.